Die Wartburg bei Eisenach

Die Wartburg bei Eisenach - „Wart’ Berg, du sollst mir eine Burg werden!“ so soll der Graf Ludwig, genannt der Springer ausgerufen und auf diesem Berg, in der Nähe des Flüsschens Hörsel die Wartburg erbaut haben. Auch der Name soll sich aus dieser Aussage ableiten.

Eine andere Variante der Namensgebung rührt aus der Zeit der Franken. Diese hatten ein für damalige Zeiten ausgeklügeltes Warnsystem. Auf den Bergen wurden Beobachtungswarten gebaut die miteinander per Rauch oder Feuer kommunizieren konnten. Es ist also wahrscheinlich, dass eine solche Warte auch auf dem Berg der heutigen Wartburg gestanden hat. Diese Berge wurden häufig Wartberg oder Wartenberg genannt.

Wie auch immer, Graf Ludwig baute seine Wartburg auf einem Berg, der ihm nicht gehörte. Um aber zu beweisen, dass er auf seinem eigenen Grund baut, ließ er Erde aufschütten und seine Ritter beschwören, dass der Grund und Boden Eigentum des Grafen sei. Dies besagt die Reinhardsbrunner Chronik.

Der Baubeginn wird auf 1067 datiert und die erste Erwähnung auf 1080. Die Wartburg wurde zum Stammsitz der Thüringer Landgrafen, die auch als Gründer der Stadt Eisenach zu betrachten sind.

Die Thüringer Landgrafen galten als sehr mächtige Herrscher. Ludwig II. heiratete Jutta, eine Schwester Friedrich Barbarossas. Die Tochter des ungarischen Königs Andreas II., Elisabeth wurde mit Ludwig IV. verheiratet. Ihr Schwager, Heinrich Raspe IV. wurde nach Absetzung Friedrich II durch den Papst, 1246 sogar zum König gewählt. Ein Jahr später starb er auf der Wartburg.

Ein weiteres Ereignis auf der Wartburg war der Sängerkrieg, an dem so bedeutende Minnesänger wie Walther von der Vogelweide und Wolfram von Eschenbach teilgenommen haben sollen.

Heute ist die Wartburg Weltkulturerbe und zieht jährlich Millionen an Besuchern an. Über die Zugbrücke betritt der Besucher den ersten Innenhof und befindet sich bereits in einer vollkommen anderen Welt.

Ein Rundgang durch den Pallas ist auf jeden Fall empfehlenswert. Der Besucher sollte die Wartezeit dafür in Kauf nehmen, es lohnt sich wirklich. Highlights des Rundganges sind der Sängersaal, die Galerie, das Landgrafenzimmer, die Elisabethkemenate sowie der Festsaal, in welchem die berühmten Wartburgkonzerte stattfinden. Wer ein solches Konzert erleben darf, wird begeistert sein, die Akustik dieses Saales ist einfach grandios, dank Franz Liszt, der eigens für diese wunderbare Akustik verantwortlich ist.
Der Festsaal begeisterte den bayrischen König Ludwig II. so sehr, dass er ihn auf Neuschwanstein nachbauen ließ.

In der Elisabethkemenate sind die Stationen der heiligen Elisabeth in Form von Mosaiken an den Wänden angebracht, nach Vorlagen Moritz von Schwinds, der vom Weimarer Großherzog mit der Ausmalung der Wartburg beauftragt wurde.

Sehenswert der Rittersaal mit seinem Kreuzgewölbe und das Ritterbad. Vom kleinen Turm hat man einen wunderbaren rund umblick über Eisenach und den Thüringer Wald.

Luther übersetzte auf der Wartburg die Bibel und in der Lutherstube soll man bei genauem Hinsehen noch den Tintenfleck erkennen, der entstand, als Luther ein Tintenfässchen dem Teufel entgegenschleuderte. Allerdings gehört schon sehr viel Phantasie dazu, um diesem Fleck wirklich zu erkennen. Wahrscheinlich gehört der Tintenfleck ebenfalls ins Reich der Sagen.

Wie so viel auf der Wartburg, der Sagenumwobenen. Aber auch dies ist ein lohnenswertes Vergnügen, die Sagen der Wartburg zu lesen und bei einem Besuch auf der Burg zu interpretieren. Der Besucher wird geneigt sein, viele Vorkommnisse der Sagen als Realität zu sehen. Die Erhabenheit der Wartburg macht es möglich. Und wer beim Rundgang ganz genau hinhört, dem erzählt die Burg ihre eigene Geschichte.


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